Made in European Union

Brandschutzkabel gemäß europäischer BAUPVO EU Nr. 305/2011

In der Vergangenheit hat es in Gebäuden immer wieder verheerende Brandkatastrophen gegeben, die zahlreiche Menschenleben gefordert haben und zu erheblichen Sach- und Folgeschäden geführt haben.

Durch das vermehrte Aufkommen von Kunststoffen, insbesondere durch die massenhafte Verlegung von Kommunikationskabeln, hat sich die durchschnittliche Zeitdauer von der Entstehung des Feuers bis zur Rauchgasentzündung und damit die vorhandene Zeitdauer für eine mögliche Flucht aus dem Gebäude drastisch verringert.   

Vor dem Hintergrund eines europäischen Brandschutzkonzeptes fallen deshalb Kabel, welche dauerhaft in Gebäude eingebaut werden, unter die Bauproduktenverordnung EU Nr. 305/2011. Ausgenommen sind Liftkabel sowie Kabel innerhalb von Maschinen und zur Verwendung in industriellen Anlagen.

Die Bauproduktenverordnung legt harmonisierte Bedingungen für die Vermarktung von Bauprodukten in Verbindung mit der CE-Kennzeichnung und Leistungserklärung fest und ist für alle EU-Mitgliedsstaaten verbindlich.

In diesem Zusammenhang wurden für Kabel 7 verschiedene europäische Brandklassen: Aca, B1ca, B2ca, Cca, Dca, Eca und Fca sowie zusätzliche Klassifizierungen bezüglich Rauchentwicklung, Säurebildung und brennendes Abtropfen benannt.

Brandschutzkabel mit reduzierter Flammenausbreitung und Wärmeentwicklung, bei gleichzeitig geringer Freisetzung von Rauch und Säuren, stellen einen wichtigen Beitrag zur Vermeidung oder zur Begrenzung von Bränden in Gebäuden und zur Evakuierung bzw. Rettung von Menschen und Tieren dar.

Die europäischen Brandklassen

In den europäischen Brandklassen Aca bis Fca ist das Brandverhalten von Kabeln durch die Flammenausbreitung und durch die Wärmeentwicklung spezifiziert und klassifiziert.

Hierbei steht die Klasse Aca (unbrennbar), B1ca und B2ca für sehr hohe Anforderungen. Die weitere Abstufung der Anforderung erstreckt sich von Cca (hoch), über Dca (mittel) bis Eca (gering). Klasse Fca (leicht brennbar) kennt keine Anforderungen und darf innerhalb von Gebäuden nicht ungeschützt verlegt werden.

FIPEC:
Fire Performance of Electrical Cables
(Brandverhalten von Kabeln) 

PCS:
Gross heat of combustion
(Brutto-Verbrennungswärme)

H; FS:
Flame Spread
(Flammenausbreitung)

THR:
Total Heat Release
(gesamte Wärmefreisetzung)

Peak HRR:
max. Heat Release Rate
(max. Wärmefreisetzungsrate)

FIGRA:
Fire Growth Rate
(Index für die Wärmefreisetzungsrate)

Zusätzliche nicht minder wichtige Kriterien für das Brandverhalten sind die Spezifizierung und Klassifizierung der Rauchentwicklung (s), der Azidität (a) und brennendes Abtropfen (d). Der mitgeführte Index gibt die Abstufung der Anforderung an. Die kleinste Ziffer steht für die höchste Anforderung, die höchste Ziffer beinhaltet die niedrigste Anforderung.

Ziel ist eine äußerst geringe Rauchentwicklung und Rauchdichte, um die Flucht aus dem Gebäude sowie Rettungsaktionen zu ermöglichen bzw. zu erleichtern. Eine geringe Toxizität der Brandgase vermeidet bzw. vermindert Vergiftungen und Reizungen sowie Ätzungen der Atmungswege. Eine geringe Korrosivität der Brandgase verringert Folgeschäden bei Sachwerten.

Für eine praktikable und zielführende Umsetzung der Brandprophylaxe haben sich insbesondere die Brandklassen B2ca, Cca und Dca herauskristallisiert. Im relativen Vergleich zur Brandklasse Dca zeigen die Brandklassen B2ca und Cca ihre Überlegenheit hinsichtlich des Brandschutzbeitrags.

Leistungserklärung, CE-Zeichen und Konformitätssystem

Gemäß der europäischen Bauproduktenverordnung werden in der Leistungserklärung verpflichtende und verbindliche Angaben zum Brandverhalten des Kabels gemacht.

Neben der Deklaration der europäischen Brandklasse in Verbindung mit den Zusatzkriterien wie Rauchentwicklung, Azidität und brennendes Abtropfen befinden sich darin auch Angaben zum Hersteller, zum Kenn-Code des Produkts, zum Konformitätssystem und zur notifizierten Stelle.

Die Leistungserklärungen sind auf der Homepage von EasyLan® unter https://www.easylan.de abrufbar.

Alle Kabel, die unter die Bauprodukteverordnung fallen, werden vor dem Inverkehrbringen in den europäischen Markt mit einer CE-Kennzeichnung in Verbindung mit dem erklärten Brandverhalten versehen.

Das CE-Kennzeichen und die Angaben zum Brandverhalten befinden sich auf dem Produktetikett, welches auf die Verpackung des Kabels bzw. der Spule oder Trommel angebracht ist.

Grundlage für die Leistungserklärung und CE-Kennzeichnung sind Zertifizierungen bzw. Prüfungen, die bei „Notifizierten Stellen“ (staatlich anerkannte Prüfinstitute) durchgeführt wurden. Der Umfang der Zertifizierung ist abhängig von der angestrebten Brandklasse und ist über das System zur Konformitätsbescheinigung geregelt.

System der Konformitätsbescheinigung in Abhängigkeit der Brandklasse

Gebäude mit sehr hohem
Gefährdungsrisiko

  • sehr hohe Menschenzahl
  • sehr lange Evakuierungszeit
  • sehr schwerer Fluchtweg

z.B.
Krankenhäuser, Seniorenheime, große Veranstaltungsräume

Gebäude mit hohem
Gefährdungsrisiko

  • hohe Menschenanzahl
  • hohe Evakuierungszeit
  • schwerer Fluchtweg

z.B.
Verwaltungsgebäude, Hochhaus, Hotel
 

Gebäude mit mittlerem bGefährdungsrisiko

  • mittlere Menschenzahl
  • mittlere Evakuierungszeit
  • zugänglicher Fluchtweg

z.B.
Büro, Mehrfamilienhäuser, Lagerräume

Gebäude mit geringem
Gefährdungsrisiko

  • geringe Menschenzahl
  • geringe Evakuierungszeit
  • einfacher Fluchtweg

z.B.
Einfamilienhaus, kleine Gebäude

Auswahl der Brandschutzkabel und Brandklasse in Abhängigkeit des Sicherheitsbedarfs in Gebäuden

Auf der Basis nationaler baurechtlicher Bestimmungen müssen in Gebäuden installierte Kabel mindestens der europäischen Brandklasse Eca entsprechen. Dies bedeutet, daß in Gebäude verlegte Kabel mindestens die Flammwidrigkeitsprüfung nach EN 60332-1-2 erfüllen müssen.

Unter Berücksichtigung des Gefährdungsrisikos in Gebäuden und des daraus abgeleiteten Sicherheitsbedarfs empfiehlt sich der Einsatz von Kabeln gemäß Klasse B2ca für sehr hohe Sicherheitsanforderungen und Klasse Cca für hohe Sicherheitsanforderungen. Bei mittlerem Sicherheitsbedarfs reicht der Einsatz von Kabeln nach Klasse Dca.

Der nationale Anhang NA.1 der Europäischen Norm für die Installation von Kommunikations-Verkabelungen enthält eine spezifischere Handlungsempfehlung für die Verwendung der europäischen Brandklassen in Korrelation zu der geltenden Gebäudeklassifizierung gemäß Musterbauordnung (MBO).  

Nationale Empfehlung für die Verwendung von Kommunikationskabeln mit Brandverhalten gemäß Bauproduktenverordnung in Korrelation zur Gebäudeklasse nach Musterbauordnung (Quelle DIN EN 50174-2)

Produktprogramm EasyLan®

Das Produktprogramm von EasyLan® umfasst Kupferdatenkabel und LWL-Kabel mit reduzierter Flammenausbreitung und Wärmeentwicklung bei gleichzeitig niedriger Freisetzung von Rauch und Säuren zur Verwendung in Gebäuden mit mittlerem bis sehr hohem Sicherheitsbedarf.

Auf der Homepage https://www.easylan.de befinden sich ausführliche Produktinformationen und Planungsunterlagen.